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Modul 1 - Struktur und Funk

Aus 101st Airborne Wiki

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Inhalte des Modul 1 sind die Grundlagen des Formaldienstes, eine Einführung in militärische Strukturen sowie die Organisation und Aufgabenverteilung innerhalb des US. Army Rifle Platoons. Des Weiteren wird das Themengebiet “Funk” und “Rufzeichen” behandelt. Damit ist Modul 1 mit Ausnahme des Formaldienstes ein reines Theoriemodul.

Formaldienst

Der Formaldienst ist in Arma nur begrenzt umsetzbar, dennoch werden in der 101st.AD einige Grundzüge praktiziert. Der Formaldienst sichert einen geordneten Ausbildungsbetrieb und fördert das strukturierte sowie disziplinierte Auftreten der Einheit. Des Weiteren schafft er im geeigneten Umfeld Immersion und fördert das Roleplay. Dabei sollte stets beachtet werden, dass der Formaldienst nie den Spielfluss ausbremsen sollte.

Das Antreten

Antreten.png
Antreten Kompanie.png

Das Antreten wird den Soldaten von dem aktuell Befehlshabenden befohlen. Zum Zeitpunkt des Befehls steht dieser in der Regel so, dass genug Platz ist, um sich in gebührendem Abstand vor ihm in einer Linie aufzustellen (ca. 3m). Dabei befindet sich der erste Soldat direkt gegenüber des Befehlshabenden. Die anderen Soldaten reihen sich links neben dem ersten Kameraden in einer Linie auf. Ist ein üblicher Platz, der sich in räumlicher Nähe befindet, für das Antreten vorgesehen, so ist dieser zu nutzen. Dies gilt nicht, wenn es von dem Befehlshabenden ausdrücklich negiert wurde.

Angetreten wird in 9 Mann Reihen. Zwischen den Reihen bleibt Platz, sodass durchgelaufen werden kann. Auch hinter der letzten Reihe, zur nächsten Wand oder Hinderniss bleibt soviel Platz. Es wird maximal Platoonweise angetreten. Aus Sicht der Reihe rechts neben der vordersten Reihe stehen der PSG (oder ranghöchste Unteroffizier) und der PL.

Wird als Kompanie angetreten, so wird ein Karree gebildet mit den 3 Platoons an 3 verschiedenen Seiten und dem CO auf der 4. Seite (Siehe Abbildung).

Das Salutieren

Betritt ein Vorgesetzter den Raum, wird innegehalten und formal salutiert. Der Gruß ist erst dann zu beenden, wenn die Person mit dem höheren Dienstgrad ihn beendet. In einer Gruppe von Soldaten wird verlangt, dass beim Auftreten eines Offiziers oder des Befehlshabenden der Ranghöchste der Gruppe dies mit einem “AAAACH-TUNG” ankündigt. Auf das “TUNG” wird salutiert, bis der Offizier/Befehlshabende den Gruß beendet. Die Mannschaft untereinander grüßt sich nicht.

Die Meldung

Eine Meldung ist formal nach bestimmten Richtlinien aufzubauen. Eine Meldung erfolgt nach folgendem Muster:“Dienstgrad und Name des Gegenübers” * Pause * “Eigener Dienstgrad und Name”

Beispiel: “Lieutenant Jay, Sergeant First Class Hoegnison meldet, erstes Platoon zur Überprüfung der Ausrüstung angetreten!”

Bei der Meldung ist auf Aussprache und Tonlage zu achten. Undeutliches Gemurmel ist nicht gewünscht! Weitere Kommandos

  • "Links um/Rechts um!" - Drehung um 90° auf der Stelle nach links/rechts
  • "Kehrt um!" - Drehung auf der Stelle über linke Schulter um 180°
  • "Ohne Tritt, Marsch!" - Der erste Mann läuft los und folgt dem Befehlshabenden. Die anderen folgen.
  • "Vorne Halt!" - Erster Mann bleibt stehen, die anderen schließen auf.

Dienstgrade

Dienstgrade spiegeln die militärische Hierarchie innerhalb der Einheit wider. Sie sind ab Beginn der Grundausbildung zu erlernen und sollten von jedem Mitglied der Einheit auswendig beherrscht werden.

Enlisted Men
PV1 Private/Recruit
PV2 Private PV2.svg
PFC Private First Class PFC.svg
SPC Specialist SPC.svg
Non-Commissioned Officers (NCOs)
CPL Corporal
SGT Sergeant
SGT.svg
SSG Staff-Sergeant
SSG.svg
Senior Non-Commissioned Officers (SNCOs)
SFC Sergeant First Class
SFC.svg
MSG Master Sergeant
MSG.svg
1SG First Sergeant
1SG.svg
Commissioned Officers
2LT Second Lieutenant
2LT.svg
1LT First Lieutenant
1LT.svg
CPT Captain CPT.svg

Das Rifle Platoon

Elemente

Ein US. Army Rifle Platoon besteht aus 3-4 Squads und einem Platoon Headquarters Element (Platoon HQ). Jedes Squad besteht aus 9 Soldaten, während das HQ aus 3 oder mehr Soldaten zusammengesetzt ist. Damit beläuft sich die Platoonstärke eines Rifleplatoons auf circa 40 Soldaten. Die Squads werden unterteilt in Rifle Squads und Weapon Squads. In einem Standard Rifle Platoon befinden sich jeweils 2-3 identische Rifle Squads und ein Weapon Squad. In den folgenden Abschnitten sollen die unterschiedlichen Aufgabenbereiche der Elemente dargestellt und erläutert werden.

Platoon HQ

Das Platoon HQ beinhaltet den Platoonleader, seinen Platoonsergeant und den Platoonmedic. Je nach Bedarf können ein RTO (Radio And Telephone Operator), ein FO (Forward Observer) oder weitere unterstützende Elemente an das HQ angegliedert werden.

Rifle Squad

Jedes Rifle Squad besteht aus einem Squadleader und zwei identischen Fireteams mit jeweils 4 Soldaten. Aufgabe der Rifle Squads und der darin eingeschlossenen Fireteams ist die Ausführung der Befehle des Platoonleaders und der infanteristische Kampf zu Fuß.

Weapon Squad

Das Heavy Weapon Squad besteht aus einem Squadleader, zwei MG Teams und zwei AT Teams. Aufgabe des Heavy Weapon Squads ist die Unterstützung der Rifle Squads als Unterstützungselement des Platoons, die Bekämpfung gepanzerter Ziele und das Bereitstellen von Feuerunterstützung (Base Of Fire). MG und AT Teams können an Riflesquads angegliedert werden. Dabei sind diese als Experten im Umgang mit ihren Waffensystemen Ansprechpartner für den Squadleader, in Fragen zu deren taktischer Nutzung. Die Befehlsgewalt liegt jedoch weiterhin bei dem Squadleader, dem das jeweilige Team unterstellt wurde.

Aufgabenverteilung

Rifleman

Der Rifleman bildet die Basis der Infanterie und ist unersetzlicher Teil jedes Fireteams. Er ist ein Experte im Umgang mit seiner Waffe und in der Lage mit seinem Team zu kämpfen. Des Weiteren muss er die Mission des Teams zwei Ebenen aufwärts verstehen.

Grenadier

Der Grenadier hat drei wesentliche Aufgaben. Er muss den Feind unterdrücken, vernichten und verbündeten Einheiten Sichtschutz via. Rauch gewährleisten. Er muss alle Aufgaben des Rifleman erfüllen können.

Automatic Rifleman

Der Automatic Rifleman leistet Sperr- und Unterdrückungsfeuer, um anderen Teams und Squads die Bewegung zu ermöglichen. Sein M249 SAW Grundlage der Feuerkraft eines Fireteams. Des Weiteren muss er alle Aufgaben eines Riflemans erfüllen können.

Fireteam Leader

Der Teamleader führt sein Team mit persönlichem Beispiel. Er hat Autorität über die ihm untergeordneten Teammitglieder und trägt die Verantwortung für deren Tätigkeiten im Feld. Die Position des Teamleaders verlangt schnelle Entscheidungen und Präzision in allen Situationen. Des Weiteren hält er die Disziplin und den Zusammenhalt des Teams aufrecht.

Squad Leader

Der Squadleader koordiniert seine Fireteams über seine Teamleader und steht im ständigen Kontakt zum Platoonleader. Dennoch muss er in der Lage sein, Aufgaben eigenständig zu erfüllen und übernimmt die Verantwortung für alle ihm unterstellten Soldaten. Er muss in der Lage sein den Platoonsergeant jederzeit über die Verfassung und Ausrüstung seiner Teams zu informieren. Des Weiteren sichert er die Disziplin und den Zusammenhalt seines Squads.

Platoon Sergeant

Der Platoonsergeant ist Senior NCO im Platoon und übernimmt, wenn erforderlich die Aufgaben des Platoonleaders. Er verfügt über Erfahrung in infanteristischen Operationen auf Squad- und Platoonebene und unterstützt den Platoonleader in allen taktischen, logistischen und administrativen Aufgaben. Der Platoonsergeant hat die Verantwortung über die Ausrüstung und die Waffen des Platoons. Zudem muss er in der Lage sein, je nach Situation das Kommando über das Support- oder Angriffselement zu übernehmen.

Platoon Leader

Der Platoonleader ist verantwortlich für die Handlungen des Platoons. Er muss seine Soldaten kennen, um sie bestmöglich einzusetzen. Er koordiniert die Squads sowie die kämpfenden Elemente und synchronisiert ihr Vorgehen. Er muss stets den nächsten Schritt des Platoons vor Augen haben und für ständige Rundumsicherung sorgen. Er positioniert sich selbst dort, wo er gebraucht wird, um die Mission zu vollenden und versteht die Aufgabenstellung bis zur Battalionsebene. Er trifft seine Entscheidungen auf Basis seiner Befehle und des Kompaniekonzepts.

Militärische Organisationseinheiten

Um eine saubere Befehlskette innerhalb der Armee zu gewährleisten, ist es notwendig eine sinvolle Organisationssturktur einzuhalten, damit komplexe Operationen sowie Logistik überhaupt erst möglich werden. Die etablierte Struktur ist dabei baumartig und wird nach unten immer feingliedriger. Für das Mitglied der 101st.AD ist es wichtig diese Strukturen zu kennen, um Missionsziele und äußere Umstände der Operationen nachvollziehen zu können.

Übersicht über die Organisationsebenen

Name Alternativer Name Elemente (INF) Anz. Soldaten (INF) Rang des Kommandierenden
Fireteam (FT) - - 4 Sergeant (SGT)
Squad (SQ) Section (CAV) 2 FT 9 Staff Sergeant (SSG)
Platoon (PL) - 2 - 4 SQ 40 - 50 Lieutenant (LT)
Company (CO) Troop (CAV), Battery (ART) 3 - 5 PL 100 - 200 Captain (CPT)
Batallion (BAT) Squadron (CAV) 4 - 6 CO 800 - 1.000 Lt. Colonel (LTC)
Brigade (BRIG/BDE) Group (SF, LOG) 2 - 5 BAT 2.000 - 5.000 Colonel (COL)
Division (DIV) - 3 - 5 BRIG 10.000 - 15.000 Major General (MG)

Unsere Einheit ist: Alpha Company -> 2 Batallion -> 3 BCT (Brigade Combat Team) -> 101st Airborne Division

Anmerkung zu Regimentern

Wappen des 506. IR

Ursprünglich wurden Batallione nicht in Brigaden organisiert, sondern in Regimentern. Wie die Tabelle jedoch aufgezeigt, sieht die Organisationsstruktur in der Regel keine Regimenter mehr vor.

Batallione werden nun direkt in Brigaden organisiert und nicht mehr in Regimentern. Diese Änderung wurde nach dem Koreakrieg vollzogen. In dem man die Batallione direkt in kleinere Kampfgruppen organisiert und somit von dem starren Regimentskonzept abweicht, wollte man mehr Flexibilität schaffen.

Dennoch tauchen die Regimentsbezeichnungen und Wappen auch heute noch häufig auf und werden in den Batallionsbezeichnungen weiterhin angeführt.

Dies hat jedoch nur noch historische Hintergründe und soll identitätsstiftend wirken.

Die Einheit, die wir darstellen, ist Teil des zweiten Batallion des 506. Infantry Regiments (2/506IR).

Funk

Funk ist ein wesentlicher Bestandteil des Alltags im Feld und folgt bestimmten Richtlinien, damit ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist. Ziel dieses Abschnittes ist es, dass die notwendigen Standards dazu vermittelt werden.


Nato Alphabet

FAA Phonetic and Morse Chart2.svg

Bedienung des Standardfunkgerätes

Um das 343 Funkgerät einzustellen muss zunächst der “Handle” entfernt werden. Dies geschieht durch einen Klick auf den “Handle”. Nun kann der richtige Frequenzblock eingestellt werden. Dies geschieht via Links- beziehungsweise Rechtsklick.

Danach wird der Handle durch einen erneuten Klick geschlossen.

Zum Schluss muss noch der richtige Kanal eingestellt werden. Dies erfolgt ebenfalls via Links-beziehungsweise Rechtsklick am oberen Drehschalter des Funkgerätes.

Funkformalia

Funkformalia beschreiben im Detail, wie ein standardmäßiger Funkverkehr abzulaufen hat. Sie helfen dabei in kurzer Zeit alle wesentlichen Informationen möglichst reibungslos und ohne viele Rückfragen zu vermitteln. Der wichtigste Grundsatz hierbei ist:

Tief durchatmen, denken und erst dann funken!

Das Anrufen

Möchte man jemanden anrufen/anfunken, so ist dies in folgender Art zu vollziehen:

Rufzeichen des Ziels + “für” / “hier” + eigenes Rufzeichen + “kommen!”

Beispiel:

   “Checkmate 1-2 hier Checkmate 1-1 kommen!”
   “Checkmate 1-2 für Checkmate 1-1 kommen!”

Die Annahme des Funkverkehrs

Wird man über Funk gerufen, so hat man in folgender Art den Funkverkehr aufzunehmen:

Eigenes Rufzeichen + “hört kommen!”

Beispiel:

   “Checkmate 1-2 hört kommen!”

Weiterer Verlauf des Funkverkehrs

  1. Nach der Annahme des Verkehrs kann nun begonnen werden, Informationen zu übermitteln. Dabei sind folgende Richtlinien zu achten: Nach jedem Funkspruch erfolgt ein “kommen!“, das dem Gegenüber signalisiert, dass er nun sprechen soll.
  2. Möchte man eine Pause zwischen zwei Funksprüchen, ohne dass das Gegenüber antwortet, so signalisiert man dies mit dem Wort “Trennung!”.
  3. Fragen werden deutlich mit dem Wort “Frage” eingeleitet. “Frage, wie ist ihre Position?”
  4. Koordinaten und andere Zahlen, werden als einfach Ziffern durchgegeben. Beispiel: 102 → “Eins Null Zwo” o. “One Zero Two”
  5. Empfangene Informationen werden kurz und bündig wiederholt, damit das Gegenüber sichergehen kann, dass alles ordnungsgemäß aufgenommen wurde. A: “Unsere Position ist Null Null Eins, Null Eins Vier kommen!” B: “Ja das ist so verstanden. Position Null Null Eins, Null Eins Vier kommen!” A: “Ja so korrekt…”
  6. Bei schlechter Funkverbindung sollte das Natoalphabet zur Verständigung genutzt werden.
  7. Beim Unterbrechen von bestehenden Gesprächen im Notfall sollte die Phrase "Break,Break!" genutzt werden um die Unterbrechung zu kennzeichnen

Beenden des Funkverkehrs

Der Funk wird folgendermaßen beendet:

Eigenes Rufzeichen + “Ende!“

Beispiel:

   “Checkmate 1-2 Ende!“

Rufzeichen

Rufzeichen werden meist auf der Ebene einer Company vergeben. Dabei orientiert sich der Anfangsbuchstabe des Rufzeichens oft an dem Kürzel der Kompanie. So wird eine Alpha Company unter Umständen im Funk unter dem Rufzeichen “Able” geführt. Das erste Platoon der Company bekommt das Rufzeichen “Able–1“.

Geht man nun die baumartige Struktur der Organisation weiter hinab, so ergibt sich für das erste Squad des ersten Platoons der Alpha Company das Rufzeichen “Able-1-1“.

Das Bravo Team des ersten Squads des ersten Platoons der Alpha Company wäre unter dem Rufzeichen “Able 1-1-Bravo” zu erreichen. Wird “Able-1-6” gerufen, so ist der Platoon Leader (PL) gemeint. Der Platoon Sergeant (PSG) hört unter dem Rufzeichen “Able-1-7“. Der Commanding Officer (CO) der Charlie Company hört unter dem Rufzeichen “Able-6“. Der Executive Officer (XO) unter dem Rufzeichen“Able-5” und der First Sergeant (FSG) unter dem Rufzeichen “Able-7“.

Exemplarische Abbildung der Rufzeichen


Feindmeldung

Um möglichst schnell eine genaue Feindmeldung abzugeben, wurde das Vorgehen standardisiert. Aufbau der Meldung

Eine korrekte Feindmeldung besteht aus vier Abschnitten:


  1. Alarm: Hier reicht ein lautes deutliches “Kontakt”. Dies alarmiert die umstehenden Kameraden und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Meldung. Bei Bedarf kann auch der Begriff “Beschuss” verwendet werden, um zu verdeutlichen, dass der Feind bereits den Feuerkampf aufgenommen hat.
  2. Orientierung: An diesem Punkt ist die Richtung und die Entfernung zum Feind anzugeben. Im ersten Moment reichen relative Angaben wie eine Gradzahl und eine ungefähre Entfernung. Dennoch sollte die Angabe jedoch so präzise wie möglich erfolgen.
  3. Beschreibung: Nun ist der Feind zu beschreiben. Habe ich es mit Hartzielen zu tun oder mit Infanterie? Wie ist der Feind bewaffnet? Wie viele Feinde kann ich sehen oder vermute ich? Sind die Feinde in Bewegung?
  4. Zusatz: Zum Schluss ist Platz für andere Angaben, die man in der vorangegangenen Meldung nicht untergebracht hat.
    ACHTUNG: Dabei soll nicht unnötig ausgeschweift werden!

Dieses Schema kann auch via Funk angewendet werden, um der nächsten Organisationsebene eine Kontaktmeldung zu geben.

Beispiele

   “Kontakt! 200°,300m! 3 Infanteristen, leicht bewaffnet, bewegen sich langsam Straße richtung Süd hinunter!”
   “Kontakt! Im Planquadrat 202003, 1 Hartziel T72 stehend!”

Fahrzeugfunk und INTERCOM

So gut wie alle unserer Fahrzeuge verfügen über ein INTERCOM System. Dabei handelt es sich um ein fahrzeuginternes Kommunikationssystem, das genutzt wird, um eine gute Verständigung innerhalb des Fahrzeuges zu gewährleisten. Für die Kommunikation nach Außen kann im Fahrzeug ein Fahrzeugfunkgerät genutzt werden. Diese Option ist jedoch nur für Fahrer und Kommandant nutzbar. In unseren INTERCOM Systemen ist dies integriert, sodass Fahrzeugfunkgeräte über das Bedienfeld des INTERCOM Systems ausgewählt werden können. Das Bedienfeld des INTERCOMs wird FFCS (Full Function Crew Station) genannt und in einem späteren Abschnitt erklärt.

Einsatzbereiche und Nutzer von Fahrzeugfunk

Grundsätzlich gilt, dass Fahrzeugfunkgeräte im Fahrzeug geteilt werden. Das bedeutet, dass Einstellungen, die am Funkgerät getroffen werden, für alle Nutzer gelten.

Kommandant
der Kommandant hat Zugriff auf das Fahrzeugfunkgerät und kann dieses nutzen. Sollte er über ein entsprechendes Funkgerät verfügen, mit dem er sich auf den Konvoifunk aufschalten kann, ist es für ihn nicht notwendig sich zusätzlich auf den Fahrzeugfunk aufzuschalten. Allerdings liegt es in seiner Verantwortung, dass die Einstellungen des Funkgerätes richtig konfiguriert sind und er hat dieses vor der Abfahrt zu prüfen!
Fahrer
  • Auch der Fahrer hat Zugriff auf das Fahrzeugfunkgerät. Seine Aufgabe beim Aufsitzen auf das Fahrzeug ist es, sich auf das Funkgerät aufzuschalten und auf dem Konvoifunk mitzuhören. Zuvor hat er sich zu vergewissern, dass das Gerät richtig konfiguriert ist. Des Weiteren ist der Fahrer für den Funk verantwortlich, sollte der Kommandantenplatz unbesetzt sein. Dies kann eintreten, wenn der Kommandant ausfällt oder mit abgesessenen Elementen gearbeitet wird.
  • Um vollständige Einsatzbereitschaft herzustellen macht der Fahrer einen separaten Funkcheck im Konvoi Funk.

Racks und Funkgeräte

Fahrzeuge verfügen über ein oder mehrere “Racks“. Dabei handelt es sich um Steckplätze für Fahrzeugfunkgeräte.

“Racks” können an unterschiedlichen Positionen im Fahrzeug angebracht werden. Die Positionen haben in der Regel Bezeichnungen wie “Upper Dashboard” oder “Lower Dashboard“. Dashboard steht in diesem Fall für Instrumententafel.

Zusätzlich haben “Racks” unterschiedliche technische Bezeichnungen, da nicht jedes “Rack” die gleichen Fungeräte fassen kann. Standardmäßig nutzen wir ein AN/VRC-103 Rack in welches wir AN/PRC-117F Funkgeräte stecken.

An Bord eines Fahrzeuges können sich weitere “Racks” eines anderen Typen befinden.

Das heißt: Fahrzeugfunkgerät (z.B. AN/PRC-117F) befindet sich im Steckplatz/Rack (z.B. AN/VRC-103) auf einer Position im Fahrzeug (z.B. im Upper Dashboard).

Intercom und Funk Interface von Fahrzeugen

Fahrzeuge mit INTERCOM Systemen verfügen in Arma über ein nützliches grafisches Interface, das den Soldaten darüber informiert, welche INTERCOM Kanäle und Funkgeräte er gerade abhört.

Intercom.png

Das Interface ist in zwei Hälften unterteilt.

Links - INTERCOM Kanäle
  • Im Bild zu sehen sind zwei INTERCOM Kanäle (Crew & Pax)
  • Crew steht für den Kanal, den sich Fahrer, Schütze und Kommandant teilen
  • Pax ist der Kanal für den Passagierraum.
  • Der Kommandant kann als einziger beide Kanäle aufschalten. Der Rest der Besatzung bzw. der Passagiere hat jeweils nur Crew bzw. Pax zur Verfügung.
  • Ein aktiver INTERCOM Kanal wird in weißer Farbe geschrieben und hat eine (R/T) Kennzeichnung, was für “Recieve & Transmit” steht.
Rechts - Ausgewählte Fahrzeugfunkgeräte/Racks.
  • Ausgewählte Racks werden auch hier wieder weiß geschrieben und mit einem (R/T) versehen.
  • Im Beispiel ist weder das Funkgerät im “Upper Dashboard Rack”, noch das Funkgerät im “Lower Dashboard Rack” ausgewählt.

FFCS - Full Function Crew Station

Das FFCS ist ein simples Bedienfeld, um INTERCOM Kanäle, Übertragunsform sowie Fahrzeugfunkgeräte/Racks auszuwählen.

Ffcs.jpg

Es verfügt über vier Schalter:

WORK – Auswahl des Fahrzeugfunkgerätes
Auswahl des Racks, dessen eingestecktes Funkgerät ihr im modus R/T nutzen wollt (Receive & Transmit). Insgesamt können mit dem FCCS 6 verschiedene Racks angesteuert werden, realistisch haben wir aber maximal 2 (A & B) in den meisten Fahrzeugen.
MONITOR – Auswahl eines Fahrzeugfunkgerätes zum Abhören
hier kann man ein weiteres Funkgerät im Fahrzeug anwählen, sollte es über mehrere gefüllte Racks verfügen und dieses Gerät abhören, ohne selbst darauf funken zu können. Es gibt kaum Szenraien, in denen wir dies aktuell benötigen, daher reicht die Standardeinstellung “WK”. Dies steht für “Work” und heißt nicht anderes, als dass außer dem unter “WORK” ausgewählten Gerätes kein weiteres abgehört werden soll.
VOLUME – Lautstärke des INTERCOMS (nicht Fzg. Funk)
INTERCOM – Übertragungsform des INTERCOMS
Durch die verwendung von Push to Talk im Teamspeak verliert dieser Schalter an Bedeutung und sollte auf LIVE stehen gelassen werden
Live
Dauersenden (keine Wirkung durch PTT im TS)
Vox
Stimmaktivierung (keine Wirkung durch PTT im TS)
PTT
Push to talk über extra Intercom-PTT Taste (Steuerung - ACRE2 - Intercom Transmit/Standard Bordfunksprechtaste)
O/R
Override/Prioritätssenden (sollte höchstens vom Kommandanten genutzt werden)

Das Beispiel zeigt die Einstellung eines Kommandanten/Fahrer in einem MRAP. Zu sehen ist, dass das Fahrzeug Funkgerät im Rack A ausgewählt wurde, welches im “Upper Dashboard” sitzt, weshalb im INTERCOM/Funk Interface des Fahrzeuges nun auch “UDB” in weiß geschrieben sowie mit einem (R/T) versehen wird.

Ansonsten sind alle Einstellungen auf Standard belassen.

Konfigurieren des Fahrzeugfunkgerätes AN/PRC-117F

Sobald ein Funkgerät/Rack ausgewählt wurde, muss es konfiguriert oder seine Konfiguration geprüft werden. Dies lässt sich nun genauso handhaben als hätte man das Funkgerät als Ausrüstungsgegenstand im Inventar.

In unseren Fahrzeugen nutzen wir in der Regel ein AN/PRC-117F Funkgerät. Dabei handelt es sich um das gleiche Gerät, das auch unsere RTOs mitführen.

AN/PRC-117F mit Erläuterungen

Wichtig sind für Fahrer und Kommandant 2 Tasten.

  • PRE: Hier kann mit +/- ausgewählt werden auf welchem vordefinierten Kanal gesendet und empfangen werden soll. Kanäle werden im Display als “NET” angezeigt.
  • VOL: Hier kann mit +/- die Lautstärke des Gerätes eingestellt werden.

WICHTIG: Was der Fahrer einstellt gilt auch für den Kommandanten und umgekehrt. Es können des Weiteren nicht beide gleichzeitig das Gerät einstellen.

In einigen Fahrzeugen ist als 2. Funkgerät ein AN/PRC-148 (das gleiche das auch Squadleader haben) "verbaut". Dieses lässt sich ausbauen (via ACE) und kann bspw. in Checkpointsituationen zur Kommunikation außerhalb des Fahrzeugs genutzt werden. Nach dem Einsatz sollte das Funkgerät zurückgesteckt werden, sodass es beim nächsten mal wieder zur Verfügung steht.